Dialog

1950, Öl auf Hartfaser, 75,5 x 55,5 cm

ein Märchen für URSULA

undatiert (1990er Jahre), Bleistift auf Papier, auf Leinwand aufgezogen, 140 x 227 cm

blühend, aber im Zerfall

1995, Öl auf Leinwand, 100,5 x 120 cm

erregte Strömungen

2001, Öl auf Leinwand, 160 x 200 cm

Bernard Schultze

1915 - 2005

Bernard Schultze ist einer der zentralen Protagonisten gestisch-abstrakter Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein Name und Werk sind untrennbar mit der internationalen Erfolgsgeschichte des deutschen Informel verbunden.

Im Werk des Malers und Zeichners entwickeln sich neben seinen lyrisch-abstrakten Bildern ab 1961 objekthafte, lautmalerisch-assoziativ „Migofs“ benannte Kunstwesen, mit denen er die Abstraktion ins Räumliche erweitert. In deformierten und zerfetzten Strukturen sowie in Wunden und Verwesung evozierenden Farben spiegelt sich nicht zuletzt eine existenzielle Zerstörungsästhetik wieder, welche autobiographische und zeithistorische Erfahrung in sich trägt.
Bernard Schultze wird 1915 in Schneidemühl geboren. Die Kriegsjahre 1939– 1945 als Soldat in Russland und Afrika und die Jahre als Flüchtling unterbrechen seine akademische Ausbildung in Düsseldorf. In der Nachkriegszeit lebt er in Frankfurt und Paris, das für ihn zentrale Bedeutung erhält. Als Gründungsmitglied der legendären „Quadriga“, 1952 mit K.O. Götz, Otto Greis und Heinz Kreutz in Frankfurt ins Leben gerufen, entwickelt er einen eigenen Stil. Seit 1965 lebt er mit seiner Ehefrau Ursula, die für ihn auch künstlerisch eine wichtige Partnerin ist, im zur Kunstmetropole avancierenden Köln. Zahlreiche Preise und Ehrungen, darunter das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse sowie die dreimalige Teilnahme an der Kasseler documenta (II, III und 6) dokumentieren seinen Stellenwert als Künstlerpersönlichkeit. 2005 verstirbt Bernard Schultze in Köln. Seine Werke sind in internationalen Museumssammlungen vertreten, darunter die Berliner Nationalgalerie, das Frankfurter Städel Museum, die Tate Modern in London sowie das Museum of Modern Art in New York.

VAN HAM Art Estate betreut seit 2019 einen Teilnachlass von Bernard Schultze in Kooperation mit dem Essener Folkwang-Museumsverein. Der künstlerische Nachlass Bernard Schultzes, der auch den Nachlass seiner bereits zuvor verstorbenen Frau Ursula Schultze-Bluhm, genannt Ursula, umfasst, wurde nach seinem Tod im Jahr 2005 auf den Folkwang-Museumsverein und das Kölner Museum Ludwig aufgeteilt. Ein Werkverzeichnis der Gemälde und Plastiken wurde 2015 von Dr. Stephan Diederich und Dr. Barbara Hermann herausgegeben. Der schriftliche Nachlass befindet sich im Deutschen Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg (GNM).

 

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