Bernard Schultze

1915 - 2005

Eine Kooperation mit dem Essener Folkwang-Museumsverein erweitert den durch Van Ham Art Estate betreuten Bestand an Kunst der Nachkriegsmoderne um zwei bedeutende Positionen. Der künstlerische Nachlass Bernard Schultzes (1915 Schneidemühl - 2005 Köln), der auch den Nachlass seiner bereits zuvor verstorbenen Frau Ursula Schultze-Bluhm, genannt Ursula (1921 Mittenwalde - 1999 Köln) umfasst, wurde nach seinem Tod im Jahr 2005 auf den Folkwang-Museumsverein und das Kölner Museum Ludwig aufgeteilt. Mit diesem Vermächtnis fördert Bernard Schultze die Museen auch über seinen Tod hinaus, indem er Möglichkeit der Veräußerung von Werken zugunsten von Sammlungserweiterungen explizit testamentarisch festschrieb. Hier greift der Folkwang-Museumsverein ab sofort auf die Expertise und das exzellente Netzwerk von Van Ham Art Estate zurück, wodurch ein professionelles Management der Teilnachlässe initiiert wird.

Die Werkkomplexe von Bernard Schultze und Ursula Schultze-Bluhm ergänzen dabei in hervorragender Weise die bereits bei Van Ham Art Estate befindlichen Nachlässe bedeutender Nachkriegskünstler wie Karl Fred Dahmen, Bernd Berner oder Friedrich Gräsel und setzen einen weiteren Akzent im Bereich des deutschen Informel.

Mit Bernard Schultze fügt sich einer der zentralen Protagonisten gestisch-abstrakter Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in das Portfolio von Van Ham Art Estate ein. Als Gründungsmitglied der legendären "Quadriga", 1952 mit K.O. Götz, Otto Greis und Heinz Kreutz in Frankfurt am Main ins Leben gerufen, sind sein Name und Werk untrennbar mit der internationalen Erfolgsgeschichte des deutschen Informel verbunden. Neben seiner lyrisch-abstrakten Malerei entwickelte er ab 1961 objekthafte, lautmalerisch-assoziativ "Migofs" benannte Kunstwesen, mit denen er die Abstraktion ins Räumliche erweiterte. Seit 1965 lebte er mit seiner Ehefrau Ursula, die für ihn auch künstlerisch eine wichtige Partnerin war, im zur Kunstmetropole avancierenden Köln. Zahlreiche Preise und Ehrungen, darunter das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse sowie die dreimalige Teilnahme an der Kasseler documenta (II, III und 6) dokumentieren seinen Stellenwert als Künstlerpersönlichkeit. Seine Werke sind in internationalen Museumssammlungen vertreten, so u.a. in der Berliner Nationalgalerie (SMBPK), im Frankfurter Städel Museum, der Tate Modern in London sowie im Museum of Modern Art in New York.

Durch den Essener Kunsthistoriker Dr. Mario von Lüttichau und die Kölner Kunsthistoriker*innen Dr. Evelyn Weiss, Dr. Stephan Diederich und Dr. Barbara Hermann hat das Œuvre von Bernard Schultze und Ursula Schultze-Bluhm eine weitreichende, von Ausstellungen u.a. am Museum Ludwig, Köln begleitete wissenschaftliche Aufarbeitung erfahren.

 

Ursula Schultze-Blum

Schlichtenmaier classic - Besondere Werke aus Galeriebestand

Jubiläumsausstellung in Stuttgart, Galerie Schlichtenmaier, Stuttgart, Kleiner Schlossplatz, 11. Juli bis 14. September 2019